20.08.2013

Auf Irrwegen

Ziel: Ludwigshafen
Geplante Strecke: ca 110 km
Gefahrene Strecke: 111.56 km
Fahrzeit: 5:59
Durchschnitt: ca. 18.8 km/h

Um 7:00 weckt mich mein Handy. Noch etwas früh finde ich, aber ich bin ja selber schuld, habe den Wecker ja selber so gestellt :-))
Schliesslich will ich ja vorwärts kommen. Heute will ich Ludwigshafen erreichen. Von jetzt an verläuft der Rhein ja nur noch durch deutsches Gebiet, bevor er in die Niederlande fliesst. Das heisst, eigentlich kann es mir egal sein auf welcher Seite des Flusses ich nun fahre. Da ich aber ab Karlsruhe nur die rechte Seite auf meinem Garmin habe werde ich mich rechts halten. Jetzt aber erst ab zum Frühstück. Frisch gestärkt packe ich alles zusammen und fahre nochmals durch das schöne Städtchen. Das Navi,die Karten und die Wegweiser bilden ein super Team. Im Nu finde ich die offizielle Route und folge ihr.

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Auf dem Dammweg fahre ich über den zum Teil noch nassen Schotter. Einige Bäume verteilen im Wind ihre Samen, sie sehen aus wie Schneeflocken. An einigen nassfeuchten Schotterstellen und bleiben sie kleben, eine weisse Decke bildet sich und es sieht aus wie wenn es eben ein wenig geschneit hätte. Am Rheinufer sehe ich eine Fährenanlegestelle. Einige Radreisende nehmen sie um auf die andere Seite zu wechseln. ich bleibe auf dieser Seite.

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Nach einer guten Stunde erreiche ich ein Kohlenkraftwerk. Offenbar ganz neu ausgebaut. Dies zum Thema Energiewende. 🙁

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Umleitungstafeln führen mich drum herum bis ich auf eimal vor einer Treppe stehe. Hab ich was verpasst? Geht hier etwa der offizielle Rheinradweg durch?
Ja, er geht. Velo in die Schienen und hochschieben. Wie bitte? Ein ziemliches Unterfangen mit 20kg Gepäck!

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Aber es geht und ich bin oben.

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Vorsichtig lasse ich mein Fuhrwerk wieder runterrollen. Und weiter gehts….

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Endlich die Brücke von Karlsruhe. Die werde ich überqueren müssen. Es rumpelt und schüttelt, man kann sich das gar nicht vorstellen, bei so einer massiven Brücke.

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Nach einem Stück dem linken Ufer entlang stehe ich auf einmal vor einer Fähre. Für 2.40 Euro bringt sie mich wieder ans rechte Ufer.

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Und weiter gehts dem Rhein entlang.

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Dann nach rechts in den Wald auf eine Insel in einem Baggersee. Klever, hat man keine Insel, dann macht man sich eben eine 🙂

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Tja, und dann versagt mein Navigations Trio. Das Navi sagt ich soll in den dichten verwachsenen Wald, die Karte sagt ich soll quer übers Wasser und Schilder hat es keine. Ich frage einen Gast von einem Restaurant. Der gute Mann will nur das Beste und erklärt mir ausführlich den Weg. Aber schon nach dem dritten Satz weiss ich nicht mehr was er am Anfang gesagt hatte. So wild und doch ausführlich, schiesslich kennt er als Hobbsfischer die Gegend ja wie seine Hosentasche.  Ich bin überfordert und kann mir nur Kirche, Kreisel und Pennymarkt merken. Trotzdem bedanke ich mich höflich obwohl ich noch immer keinen Schimmer habe.
Also pobier ich es selber nochmal. Mir kommen noch einige andere Radler entgegen, offensichtlich verunsichert. Ich fahre weiter und versuche einen
Bogen zu schlagen um diese Chaos zu umfahren. Ein paar weitere Radler stehen vor einer Übersichtstafel dieser Aue. Ich geselle mich dazu und gebe kund wie verwirrt ich bin. Sofort heissen sie mich im Club der Verwirrten willkommen. Zusammen versuchen wir aus dem Labyrinth zu entkommen und endlich scheine ich den Weg endlich gefunden zu haben. Aber da ist eine Umleitung. Die Signalisation führt uns um drei Ecken ins Nirvana. Na toll!

Etwa ein einhalb Stunden fahre ich in diesem Labyrint, bis ich den Weg wieder finde. Vier Uhr. Ich suche im Internet nach einem Hotel in einer guten Stunde Distanz. Gefunden, gebucht und es geht wieder weiter. Das Navi führt mich zu einer Fähre. Ich will nach Speyer und dazu muss ich die Seite wechseln. Eine Ehepaar klärt mich auf: die Fähre fährt nur Am Wochenende. Super. Also einen Umweg rund um Speyer ennet dem Rhein. Ich soll mir Zeit nehmen sagte der Alte Mann Speyer sei sehenswert und international bekannt. Okay, was für eine Wissenslücke in meinem Hirn! Ich verspreche es ihm und fahre also wieder los. Ennet der Brücke sehe ich den eindrucksvollen Dom. Den muss ich mir wirklich ansehen und auch das Städtchen. Es scheint der Mann hat nicht zuviel versprochen.

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Jetzt sinds nur noch ca 8 km zum Hotel. Die Schaffe ich auch noch. Und dann gönne ich mir einen feinen Znacht.
Guet Nacht.

3 Kommentare zu „20.08.2013

  1. Da hast du ja einen super spannenden Tag hinter dir. Stell dir vor, es wäre alles glatt gelaufen… du hättest nichts zum erzählen gehabt… he he heeee :-)! Diese Erfahrungen kann dir niemand nehmen. Echt cool hey!
    Speyer… yehhhh… das sind ca. 25 Jahre her, als ich diese Gegend ausgiebig auskundschaftete. Chris an seinen Weiterbildungen in Walldorf und Heidelberg und ich auf Erkundung der Umgebung. Eine echt tolle Gegend. Auch Heidelberg ist eine Reise wert (vielleicht ein anderes Mal :-)).
    Wünsche dir weiterhin viele spannende Erlebnisse!!

  2. Hallo Burgi

    Habe gerade vor ein Paar Minute Mr.Grande König unserem Gebieter Daniele erzählt hmmmmmmmmmmm das ich aufs Schloss Regensberg geradelt bin von Wettingen aus ca 20 Km.. Im Vergleich zu dir, ist das von deiner Haustüre bis zu deinem Briefkasten. Ich ziehe meinen Hut weiter so Gruss Frank

  3. So Du Weltradler
    Nun kann ich auch endlich schreiben. Patric hat die Prüfung bestanden. Du erlebst glaub alles auf Deiner Reise. Regen, verfahren, Wind, Läden geschlossen, Sonne, usw. Bin gespannt was Du heute erzählst. liebi grüessli Bussi

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