28.08.2013

bei den Oranjes im Waldlabyrinth

Gepalntes Ziel: Wijk
Geplante Strecke: ca 100 km
Gefahrene Strecke: 102.86
Fahrzeit: 5.30 h
Durchschnitt: 18.7 km/h

Ich starte den Tag mit einem feinen Frühstück. Ein weiterer Gast spricht mich an. Er ist im Pensionsalter und ist in Wiessbaden gestartet, dem Main entlang nach Mainz gefahren, dann dem Rhein nach und will jetzt nach Rotterdam.
Holland ist in diesem Abschnitt nicht so stark besiedelt. Ich stelle mir vor, dass die Unterkunftsuche etwas mühsam werden könnte. So begebe ich mich ins Zimmer und suche im Internet. Und tatsächlich, es gibt zwar noch Zimmer, aber die sind sehr teuer. Ich wähle ein B&B Angebot bei Privaten Leuten. Ich bin richtig gespannt was mich erwartet.

Ich schwinge mich also wieder in den Sattel und lege gleich los. Am Morgen hat es weniger Wind, das muss ich ausnützen. Aber Wolken hat es, und darunter auch einige dunkle. Es ist frisch auf dem Rad. Schon um 10:00 bin ich über die Grenze. Kurz danach soll ich mit einer Fähre  einen Kanal überqueren. Das Timing ist grossartig, sie wartet schon und ich kann gleich drauffahren. Zur Sicherheit frage ich den Fährmann, ob das auch die richtige Fähre sei. Er erkennt meinen dezenten Schwiizer Dialekt und antwortet mir in breitem Baslerdialekt, das sei schon die richtige. 🙂 Seine Mutter komme eben aus Basel und lebe dort. Sache gitts….

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Und weiter gehts. Hier ein paar Bilder von Holland

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Und schon gehts mit der nächste Fähre wieder über einen Kanal

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In Arnheim werden meine grundlegenden Ansichten und Meinungen total auf den Kopf gestellt. Man sagt ja, Holland sei flach, die können froh sein, dass sie ihre Deiche haben, sonst hätten sie gar keine Hügel 😉
Das habe ich auch gedacht, bis ich Arnheim gesehen habe. Kaum am Bahnhof gehts den Berg rauf. Und ich sage Euch, mit 60km in den Beinen und 20kg Gepäck auf dem Hinterrad sind 50m Steigung schon ein beachtlicher Berg. So eine kleine Rampe kann es schon bald mit den Üetliberg aufnehmen. Aber das Schöne hier ist, der Radstreifen und die Radfahrer werden von den Autofahrern berücksichtigt. Sie drängeln oder erzwingen die Vorfahrt nicht. Der Radfahrer wird respektiert.

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Beim Supermarkt (im Coop! ) decke ich mit dem Picknick für das Mittagessen ein und nehme das letzte Stück bis zum Airborn Museum hinauf in Angriff. Hinter dem Museum finde ich einen wunderschönen Park. Ich setze mich auf eine schattige Bank, esse mein Lunchpacket und geniesse die Ruhe.

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Gestärkt durch diese Pause gehts weiter durch den Wald. Die Radwegbeschilderung zeigt geradeaus, mein Garmin will aber etwas weiter links. Ich folge dem Navi. Es geht etwas weiter hoch, dann über Wurzeln und Steine abwärts, der Weg wird enger und endet in einem Singletrail. Doch nicht genug, der Weg wurde auch noch mit Sand präpariert. Keine Chance mehr für mich und mein Fahrrad, ich steige ab und schiebe. Da unten ist wieder ein breiterer Waldweg. Mit Mühe finde ich den Radweg wieder und folge nun den Tafeln. Die folgenden 15km führen durch den Wald. Auf, ab, auf, ab…. Ich bin müde. Ich wünsche mir den Deichweg zurück. Er ist so eben und gut ausgebaut. Aber erst geht es noch der Autobahn entlang.

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Bei einem Terassenrestaurant mit Kinderspielplatz fährt eine kleine Fähre über einen Kanal. Eine richtiger kleiner Ausflugsort. Im Hintergrund bimmeln die Kirchenglocken. Aber nicht irgend so ein wildes Durcheinander, sondern eine kleine Melodie, fast wie bei den ch’Tis. Dies ist mir jetzt schon bei mehreren Kirchen aufgefallen, offenbar ist es hier in dieser Gegend so üblich.

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Mein Weg führt weiter, weiter durch den Wald, wieder auf und ab. Ich mache Pause und esse meine Früchte. Nun ist es nicht mehr so weit. Ich sammle alle meine Energie und nehme die letzte Strecke für heute unter die Räder. Und da ist er wieder, mein geliebter Deichweg.

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Die Windmühle von Wijk bij Durstede begrüsst mich schon von Weitem. Es ist die Erste die ich sehe heute. Nun muss ich nur noch meine Gastgeberin finden. Ein älterer Einwohner erklärt mir den Weg, doch ich finde es nicht. Also muss ich nochmals fragen. Diesmal erklärt mir eine älter Dame, dass es gleich ein paar Stassen weiter, etwas auserhalb sei. Und tatsächlich finde ich es jetzt. Es ist ein Bauernhof ohne Tierhaltung. Neben drei bis vier anderen Bauernhöfen gibt es hier nur Apfel- und Birnenplantagen. Ein fantastisch ruhiger Ort, der Stille und Frieden ausstrahlt. Die Bäuerin empfängt mich freundlich und zeigt mir mein Quartier. Es ist etwas improvisiert, aber für eine Nacht perfekt für mich.

1 Kommentar zu „28.08.2013

  1. Das kann ja nur dir passieren! Hast dir bestimmt die einzigen Hügel von Holland ausgesucht :-D.
    Dein kleiner Ausrutscher auf die Wurzel-Sandstrecke sieht aber super heimelig und idyllisch aus.
    …das macht die Fahrt doch so richtig abwechslungsreich und spannend… 😀

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